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Europa lässt die Reifen schleifen

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Europa lässt die Reifen schleifen

Autofahrer in ganz Europa sparen an ihrer Bereifung, das zeigt eine Studie von Bridgestone. Dabei lohnt das Knausern an dieser Stelle gar nicht.

Der Reifenhersteller Bridgestone hat bei seinem Reifentest 2012 mehr als 28.000 Autos in ganz Europa geprüft. Das Resultat: Bei fast 80 Prozent der getesteten Autos war der Reifendruck zu niedrig, bei einem Viertel entsprach das Profil nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben.

Zu wenig Profil

Ein zu geringes Reifenprofil ist ein großes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr. Der Bremsweg verlängert sich und das Risiko von Aquaplaning auf regennasser Fahrbahn steigt. Die europaweite Vorgabe für Sommerreifen sind 1,6 mm Profiltiefe, Experten empfehlen mindestens 2,5 mm. Wird ein Autofahrer mit zu wenig Profil auf den Reifen erwischt, drohen ihm außer einer Geldstrafe auch Punkte in Flensburg.

Genug Druck?

Wer mit dem falschen Reifendruck fährt, büßt ebenfalls Sicherheit ein. Vor allem ein zu geringer Reifendruck wirkt sich negativ aus – zum Beispiel auf die Fahrstabilität. Darüber hinaus hat der Reifen mehr Auflagefläche auf der Straße. Das erhöht den Rollwiderstand und damit den Verschleiß. Der erhöhte Rollwiderstand wirkt sich außerdem negativ auf den Spritverbrauch aus. Das alles zeigt: Es lohnt sich nicht, an der Bereifung des eigenen Autos und damit an der eigenen Sicherheit zu sparen. Im Gegenteil: Gepflegte, geprüfte Reifen halten länger und helfen beim Spritsparen.

Tipp: Einmal im Monat die Reifen auf Beschädigungen prüfen und den Druck kontrollieren. Wer nicht selbst Hand anlegen möchte, fährt einfach schnell bei der Werkstatt vorbei.

Neues Blech für alte Eisen

Junge Menschen – neue Autos. Das scheint im Jahr 2012 nicht mehr zusammen zu passen. Laut einer neuen Studie waren Neuwagenkäufer im Jahr 2012 so alt wie nie zuvor.

Das Auto als Statussymbol für junge Leute? Das scheint Geschichte zu sein. Die junge Generation kauft kaum mehr Neuwagen. Nur sieben Prozent der Käufer waren 2012 unter 30 Jahre alt. Während 1995 das Durchschnittsalter der Besitzer neuer Vehikel noch bei 46,1 Jahren lag, waren die Käufer von Neuwagen im vergangenen Jahr im Schnitt über 50 Jahre alt – eine neuer Altersrekord. Das zeigt eine Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen.

Auch wenn sich die Autoindustrie schwer anstrengt, sich einer Verjüngungskur zu unterziehen, scheint das kaum Auswirkungen auf die Verkaufszahlen bei der jüngeren Generation zu haben. Steigende PS-Zahlen und sportliches, modernes Design reichen nicht aus, um den Kauf eines Neuwagens für „Youngster“ interessant zu machen. Bestes Beispiel hierfür ist Mercedes. Der deutsche Autohersteller hat mit der neuen A-Klasse im Jahr 2012 den Versuch gestartet, auch jüngere Konsumenten anzusprechen. Trotzdem ist Mercedes die Marke mit den ältesten Käufern: durchschnittlich 56,2 Jahre alt war der Mercedeskäufer. Den Schwaben dicht auf den Fersen: Jaguar (55,6 Jahre) und Porsche (51,8 Jahre).

Schuld für den Jugendschwund sind zum Beispiel der demographische Wandel, der sich im Neuwagenmarkt spiegelt, und die Tatsache, dass ein Neuwagen kaum mehr als Statussymbol bei den „Jungen“ angesehen ist. Das gilt vor allem in Großstädten.

Um in Zukunft junge Menschen mit ihren Neuwagen anzusprechen, sollte sich die Autoindustrie dringend neu erfinden. Ansonsten könnte es passieren, dass im Jahr 2015 das Durchschnittsalter von Neuwagenkäufern auf 52,6 Jahre steigt. Es bleibt abzuwarten, ob es Marken wie Mercedes, Seat und Co. in den nächsten Jahren schaffen, Anreize für die U30-Generation zu schaffen. 

 

Endlich geschnallt?

In Deutschland verunglücken jährlich mehr als 10.000 Kinder als Mitfahrer im Auto. Dabei gibt es seit 20 Jahren eine gesetzliche Kindersicherungspflicht im Auto.

Der ADAC schlägt Alarm: Jährlich verunglücken in Deutschland rund 10.400 Kinder bei einer Autofahrt. Dies ist eine erschreckende Bilanz, insbesondere weil die gesetzliche Kindersicherungspflicht im Auto mittlerweile seit 20 Jahren besteht. Offenbar wissen noch längst nicht alle Eltern, wie sie ihre Sprösslinge im Pkw richtig sichern. Denn es kommt nicht nur auf den passenden Kindersitz an, sondern auch darauf, dass der Sitz gesichert und der Nachwuchs korrekt angeschnallt ist.

In Deutschland müssen Kinder unter zwölf Jahren und 1,50 Meter Größe im Auto einen Kindersitz benutzen. Für die Wahl des richtigen Sitzes ist das Gewicht des Kindes endscheidend – und nicht Alter oder Körpergröße. Kindersitze gibt es in fünf Gewichtsklassen. Informationen dazu und Testergebnisse zur Orientierungshilfe beim Kauf bietet zum Beispiel die Stiftung Warentest unter www.test.de/Autokindersitze. Auf jeden Fall sollten Eltern den Sitz auch im eigenen Auto ausprobieren. Denn gerade in älteren Fahrzeugen reicht die Gurtlänge manchmal nicht aus.

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Kindersicherungspflicht ruft auch Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer alle auf, die Gefahren nicht zu verkennen und Kinder auf allen Fahrten richtig anzuschnallen sowie die vorgeschriebenen Kindersitze zu verwenden. Er ist außerdem Schirmherr des ADAC-Programms „Sicher im Auto“, bei dem Teilnehmer in Seminaren lernen, wie sie Kinder im Pkw korrekt sichern. Informationen zum Programm und zu den Veranstaltungsorten gibt es unter www.sicher-im-auto.com.

Neue StVO: Sie und Er verstehen nix mehr

Kein Aprilscherz: Am ersten April wurde die Straßenverkehrsordnung so umgeschrieben, dass nur noch geschlechtsneutrale Formulierungen drin stehen. Eigentlich prima – wenn das Ergebnis nicht so unverständliche geworden wäre.

"Radfahrer. Ne, das ist zu männlich, das muss raus. Schreiben wir lieber Rad Fahrende". So oder so ähnlich müssen die Gedankengänge der Verfasser, pardon, der Verfassenden der neuen Straßenverkehrsordnung (StVO) gewesen sein. Den maskulinen „Fußgänger“ umschiffen die Umschreiberlinge beispielsweise ab sofort mit dem Ausdruck „Wer zu Fuß geht“.

Seit dem 1. April dieses Jahres sind alle Texte der StVO geschlechtsneutral formuliert – und damit leider noch schwerer verständlich als bisher. Das sagt nicht irgendwer, sondern der Sprachpapst Wolf Schneider, Honorarprofessor für Linguistik und Träger des Medienpreises für Sprachkultur der Gesellschaft für deutsche Sprache. „Die geschlechtsneutrale Umformulierung ist unnötig, weil bei den 1,3 Millionen Einwohnern von München die Einwohnerinnen selbstverständlich auch heute immer dabei sind – und weil auf die Herstellung von Geschlechterneutralität 98 Prozent der Deutschen absolut nicht gewartet haben“, sagte Schneider nun gegenüber Auto Bild. Schon vorher sei die StVO voller sprachlicher Probleme gewesen. Beispiele gefällig? ‚Wechsellichtzeichen‘ und ‚Begrenzungsleuchte‘ statt Ampel und Standlicht – das sei bürgerfeindlicher, sprachverhunzender Bürokratenjargon, so Schneider.

Bei der Formulierung der Gesetzestexte orientieren sich die Schreiber am sogenannten Handbuch der Rechtsförmlichkeit. Es empfiehlt, unter anderem, mit „kreativen Umschreibungen“ den Mann aus den Paragrafen zu verbannen. Allerdings heißt es in dem Handbuch auch: Die sprachliche Gleichbehandlung dürfe „nicht auf Kosten der Verständlichkeit oder der Klarheit gehen“. Außerdem, so der Leitfaden, solle die gewählte Formulierung „nicht zu sehr vom allgemeinen Sprachgebrauch abweichen“.

Darauf haben die Verfasserinnen und Verfasser der Reform – und ebenso der Reformin – offenbar keine Rücksicht (m/w) genommen.

Jeder zweite Pkw hat Mängel

Untersuchung der Gesellschaft für technische Überwachung mbH (GTÜ) entlarvt Sicherheitslücken auf deutschen Straßen

Die Ergebnisse des aktuellen GTÜ-Mängelreports sind ernüchternd: 2012 überprüfte die GTÜ bei der Hauptuntersuchung vier Millionen Pkw, davon wiesen 46,2 Prozent Mängel auf. Selbst bei den relativ neuen Autos bis drei Jahre stieg die Fehlerquote seit dem letzten Mängelreport von 4,0 auf 5,2 Prozent. Bei jedem fünften Fahrzeug waren die Sicherheitsschwächen so groß, dass es nicht durch die Hauptuntersuchung kam. Die Prüfingenieure beanstanden nach wie vor besonders die Mängelgruppen „Beleuchtung und Elektrik“ (22,8 Prozent), „Umweltbelastungen“ (18,7 Prozent), „Bremsanlage“ (13,7 Prozent) und „Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen“ (13,2 Prozent).

Im Durchschnitt haben die Pkw in Deutschland laut GTÜ-Report 8,7 Jahre auf dem Buckel. Das wirkt sich auf die Sicherheit aus: 64 Prozent der Vehikel älter als neun Jahre weisen Mängel auf, ein Drittel sogar erhebliche. Ab einem Alter von etwa 20 bis 25 Jahren nehmen die Makel allerdings wieder ab, denn dann sind die meisten Pkw bereits Liebhabermodelle.

Seit Mitte 2012 gibt es neue Kriterien zur Einstufung von Fahrzeugmängeln. Sie machen die Mangeleinstufung für Autofahrer transparenter und geben klare Vorgaben für notwendige Reparaturen. Gleichzeitig bewerten sie bestimmte Mängel aus Sicherheitsgründen aber auch strenger – etwa zu niedrig eingestellte Scheinwerfer.

Alle Ergebnisse und ausführliche Informationen finden Sie unter: www.gtü.de

Frauen übernehmen das Steuer

Jeder dritte Pkw hat einen weiblichen Halter – Trend zu mehr Farbe

Laut einer aktuellen Auswertung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) waren am 1. Januar 2013 über 14 Millionen Frauen im Zentralen Fahrzeugregister als Halterin eines Pkw eingetragen. Damit sind rund 33 Prozent des Gesamtbestandes in weiblicher Hand.

Die stärkste Gruppe der Halterinnen sind nach der KBA-Statistik Frauen zwischen 45 und 49 Jahren sowohl bei Krafträdern als auch Pkw. Mehr als die Hälfte der schwächer motorisierten Pkw bis 1.399 ccm waren 2012 auf Frauen zugelassen, bei Fahrzeugen mit 2.000 ccm und mehr waren es 20,8 Prozent.

Vor 30 Jahren sah das noch ganz anders aus: Damals lag der Frauenanteil am Gesamtbestand bei nur 18,5 Prozent. Auch bei Krafträdern sind Frauen heute stärker vertreten als noch vor 30 Jahren. Waren es 1983 noch 67.273, so sind heute mit 540.849 acht Mal so viele Krafträder auf Halterinnen zugelassen.

Im Bundesländervergleich haben Pkw-Halterinnen in Brandenburg mit 35,8 Prozent den höchsten Anteil, gefolgt von Schleswig Holstein (34,7 Prozent). Die Statistik belegt auch, dass Frauen mehr Farbe in den Straßenverkehr bringen: Knapp ein Viertel aller rot lackierten Neuwagen wurden 2012 auf eine Frau zugelassen, gefolgt von grün und orange sowie lila/violett. Die gängigen Farben schwarz und grau/silber wurden laut Auswertung der Neuzulassungen des vergangenen Jahres von Halterinnen mit 11,4 Prozent bzw. 10,8 Prozent im Verhältnis zur Gesamtzahl am seltensten gewählt. 

Sommerreifen immer besser

ADAC und Stiftung Warentest bewerten Sommerreifen – bestes Testergebnis seit 40 Jahren

Insgesamt 16 von 38 getesteten Reifen schnitten beim diesjährigen Sommerreifentest mit „gut“ ab, 14 mit „befriedigend“. Das ist das beste Testergebnis, seit der ADAC vor 40 Jahren angefangen hat, Reifen zu testen. Autofahrer haben 2013 eine größere Auswahl an guten Pneus als je zuvor. Getestet wurden Fahr- und Bremsverhalten auf nasser und trockener Fahrbahn sowie der Kraftstoffverbrauch, der Geräuschpegel, die Höchstgeschwindigkeitstauglichkeit und der Verschleiß.

Sieger der Reifengröße 225/45 R17 ist der Continental SportContact5 – er überzeugt mit der Bestnote bei Nässe und einem geringen Kraftstoffverbrauch. Sechs weitere Reifen erreichten die Gesamtnote „gut“, zehn erhielten ein „befriedigend“ und zwei ein „ausreichend“ – durchgefallen ist in dieser Größe kein Modell. 

Bei der kleineren Reifengröße 185/60 R15 steht der Michelin Energy Saver auf dem Siegertreppchen – mit Bestnote beim Verschleiß und zuverlässigem Verhalten bei Nässe. Neun weitere Reifen wurden mit „gut“ bewertet, vier mit „befriedigend“, zwei erhielten ein „ausreichend“ und vier sind durchgefallen.

Tipp

Um den richtigen Reifen für den eigenen Wagen zu finden, sollten Autofahrer sich an ihre Werkstatt wenden. Die Kfz-Profis wissen, welcher Reifen zu den Fahrgewohnheiten und zum Geldbeutel passt.

Alle detaillierten Ergebnisse im Überblick finden Sie hier: ADAC Test-Ergebnisse